von Dr. Stefanie Kretschmar, M.S.D.

Unterstützende Parodontitis-Therapie (UPT)

In einem Fachbeitrag zum Thema UPT, der 2017 in der Zeitschrift „Parodontologie“ erschien, belege ich deren Nutzen anhand verschiedener Studien. Außerdem beschreibe ich, wie es gelingen kann, Patienten für eine konsequente Umsetzung zu gewinnen.

Nachfolgend haben wir die wesentlichen Inhalte des Fachtextes allgemeinverständlich für Sie zusammengefasst:

Parodontitis erfolgreich behandelbar.

Eine Parodontitis ist eine Entzündung, die Zahnfleisch und das Zahnfach, in dem der Zahn im Knochen sitzt, angreift und zerstört. Unbehandelt führt eine Parodontitis zu Zahn-Verlust. Mit einer Parodontitis-Therapie kann es gelingen, den Prozess zu stoppen und die betroffenen Zähne noch für viele Jahre zu erhalten.

UPT fördert den Erhalt der Zähne

Studien zeigen jedoch, dass dies nur dann gut gelingt, wenn auf die akute Parodontitis-Behandlung eine regelmäßige unterstützende Parodontitis-Therapie (UPT) folgt. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das ca. vierteljährliche Termine, bei denen ähnlich wie bei einer professionellen Zahnreinigung der Biofilm von den Zähnen entfernt wird. Bei der UPT erstreckt sich die Behandlung jedoch zusätzlich auf die Zahnfleischtaschen.

Der Aufwand lohnt sich: Untersuchungen belegen, dass Personen, die diese Termine gewissenhaft wahrnehmen, ihre Zähne um ein Vielfaches länger erhalten können, als solche, die eine UPT nur sporadisch durchführen lassen.

Was ist ein Biofilm und warum ist er gefährlich?

Auf unseren Zähnen bilden unterschiedliche Bakterien ein regelrechtes Ökosystem. Es ist bei jedem Menschen individuell zusammengesetzt. Ist das Immunsystem intakt, schadet dieser Biofilm auf den Zähnen nicht. Der Körper lebt in einer Symbiose mit den Zahnbakterien. Setzen Infekte oder Stress dem Immunsystem zu, gerät die Balance jedoch ins Wanken. Aus der Symbiose wird eine Dysbiose. In dieser Situation kann der Biofilm dann Entzündungen am Zahnfleisch auslösen und den Prozess der Parodontitis erneut in Gang setzen. Eine regelmäßige UPT hilft, das zu vermeiden.

Regelmäßige Kontrolle bringt Zusatznutzen.

Die regelmäßige UPT bietet einen weiteren Vorteil: Weitere Zahn-Probleme, die sich bei Parodontitis-Patienten häufiger zeigen (z.B. Wurzelkaries) lassen sich dadurch frühzeitig bemerken und behandeln.

Für Raucherinnen und Raucher ist es wichtig zu wissen, dass ihr Tabakkonsum Parodontitis begünstigt und die Prognosen für den Erfolg der Behandlung verschlechtert. Für sie ist die regelmäßige Biofilmentfernung und Zahnkontrolle daher doppelt wichtig.

Termine einzuhalten, fällt vielen schwer.

Untersuchungen zeigen jedoch, dass es vielen Menschen schwerfällt, den Empfehlungen zu folgen, und regelmäßig zur UPT zu kommen. Der Anteil der Personen, die nicht alle vorgesehenen UTP-Termine wahrnahmen, lang in unterschiedlichen Studien zwischen 20 und 47 Prozent. Außerdem zeigte sich, dass viele Patienten, die zunächst gut mitarbeiteten, nach einem bis eineinhalb Jahren nur noch sporadisch oder gar nicht mehr zur UPT erschienen und damit den erreichten Therapieerfolg aufs Spiel setzten.

Zusammenhänge erklären und Abläufe einfach gestalten

Mein Fachartikel schließt daher mit Empfehlungen, wie es Praxen gelingen kann, Parodontitis-Patienten für eine regelmäßige Nachbetreuung zu gewinnen. Eine gute Kommunikation und die Erklärung der Zusammenhänge halte ich dabei für wesentlich.

Ein Faktor kann auch die Aufklärung darüber sein, dass eine regelmäßige UPT für die Patienten die langfristig finanziell günstigste Lösung ist, wenn dadurch größere Eingriffe verhindert oder nach hinten geschoben werden können.

Außerdem hilft es, Abläufe so einfach wie möglich zu gestalten, zum Beispiel indem Patienten immer direkt einen Folgetermin vereinbaren und die Praxis sie jeweils kurz vorher noch einmal an den Termin erinnert. In unserer Praxis machen wir mit seinem solchen Recall-System gute Erfahrungen.

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